Welches Altersvorsorgedepot ist das richtige – besonders für Selbstständige?
Die Anbieter stehen noch nicht fest. Die Kriterien, an denen du ein gutes Depot erkennst, schon. Sechs Punkte, die 2027 den Unterschied machen – und einer davon zählt für Selbstständige mehr als alle anderen.
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Kurzantwort: Welcher Anbieter das beste Altersvorsorgedepot stellt, lässt sich heute nicht sagen – die Produkte kommen erst zum Start am 1. Januar 2027 auf den Markt. Entscheiden wirst du später nach sechs Kriterien: Effektivkosten, Fondsauswahl, Beitragsflexibilität, Zertifizierung, Pfändungsschutz und Auszahlform. Für Selbstständige mit schwankendem Einkommen ist die Beitragsflexibilität meist der wichtigste Punkt – wichtiger als ein Zehntelprozent bei den Kosten.
Woran du ein gutes Altersvorsorgedepot erkennst
In dieser Reihenfolge – das erste Kriterium wiegt am schwersten, wenn du selbstständig bist.
Beitragsflexibilität
Kannst du Beiträge aussetzen, senken, nachzahlen? Als Selbstständiger hast du gute und schlechte Jahre. Ein Depot, das dich zu einer festen Monatsrate zwingt, wird im schlechten Jahr zum Problem – und die Zulage hängt daran, dass du überhaupt einzahlst: Mindestens 120 € im Jahr sind laut Bundesfinanzministerium Voraussetzung für jede Zulage. Frag konkret: Wie oft darf ich den Beitrag ändern? Was passiert bei einer Pause?
Effektivkosten
Nicht die Depotgebühr allein, sondern alles zusammen, was pro Jahr von deiner Rendite abgeht. Rechne es gegen die Förderung: Die Grundzulage beträgt höchstens 540 € im Jahr. Laufende Kosten wirken dagegen über Jahrzehnte und können einen Teil dieser Förderung wieder auffressen. Die Kostenfrage ist bei einem geförderten Produkt kein Nebenschauplatz.
Fondsauswahl
Welche ETFs und Fonds stehen zur Verfügung, und kannst du sie später wechseln? Nicht jedes Wertpapier wird im geförderten Depot zugelassen sein – das Gesetz sieht eine abschließende Positivliste zulässiger Anlagen vor, die Details legt eine noch ausstehende Rechtsverordnung fest. Eine breite Auswahl gängiger, kostengünstiger Indexfonds ist wichtiger als eine lange Liste exotischer Produkte.
Staatliche Zertifizierung
Ohne Zertifizierung keine Zulage. Das ist die Eintrittskarte, nicht das Qualitätsmerkmal – aber ein Depot, das damit wirbt, ohne es zu sein, ist ein Ausschlusskriterium. Lass dir die Zertifizierung im Zweifel schriftlich bestätigen.
Pfändungsschutz
Zertifizierte Altersvorsorgedepots genießen – wie andere geförderte Altersvorsorgeverträge – Pfändungsschutz in der Ansparphase. Für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung ist das kein Detail, sondern ein echter Grund für die geförderte Variante – frei angespartes Vermögen genießt diesen Schutz nicht.
Auszahlform
Beim Altersvorsorgedepot wählst du zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan. Das klingt nach einer Frage für später, entscheidet aber mit darüber, was am Ende an deine Angehörigen geht: Beim Auszahlplan bleibt Restkapital investiert und vererbbar. Klär früh, ob der Anbieter beide Wege anbietet.
Das Altersvorsorgereformgesetz ist verabschiedet und der Starttermin steht. Zwei Dinge sind es noch nicht:
- Die Rechtsverordnung mit den technischen Details – unter anderem die Liste der zulässigen Anlagen – ist noch nicht erlassen.
- Welche Anbieter mit welchen Konditionen starten, wird sich erst im Lauf des Jahres zeigen.
Diese Seite wird laufend aktualisiert. Wenn du zum Start eine Einordnung willst, welche Anbieter tatsächlich verfügbar sind: trag dich in die Startliste ein – eine Mail im Januar, sonst nichts.
Die Anbieterfrage ist nicht die erste Frage
Bevor der Anbieter überhaupt eine Rolle spielt, steht eine größere Entscheidung an: Lohnt sich für dich das Altersvorsorgedepot überhaupt – oder bringt die Rürup-Rente mehr? Diese Frage hängt nicht am Anbieter, sondern an deinem Jahresbeitrag, deinem Grenzsteuersatz und daran, ob du Kinder hast.
Die Faustregel: Bei kleineren Beiträgen und niedrigem Steuersatz liegt das Depot vorn, bei hohen Beiträgen und hohem Steuersatz die Rürup-Rente – sofern keine Kinderzulagen dazukommen. Wer beides will, bespart beides parallel.
Häufige Fragen zur Anbieterwahl
Welches Altersvorsorgedepot ist das beste für Selbstständige?
Das lässt sich heute noch nicht beantworten, weil die Anbieter erst zum Start am 1. Januar 2027 feststehen. Entscheidend werden sechs Punkte sein: die Effektivkosten, die Fondsauswahl, wie flexibel du Beiträge aussetzen und anpassen kannst, die staatliche Zertifizierung, der Pfändungsschutz und die spätere Auszahlform. Für Selbstständige mit schwankendem Einkommen ist die Beitragsflexibilität oft wichtiger als ein Zehntelprozent bei den Kosten.
Was kostet ein Altersvorsorgedepot?
Das hängt vom Anbieter ab und steht für die einzelnen Produkte noch nicht fest. Maßstab sind die Effektivkosten – also alles, was pro Jahr von deiner Rendite abgeht. Weil sich die Grundzulage auf maximal 540 € im Jahr beläuft, können hohe laufende Kosten die Förderung über die Jahre teilweise wieder aufzehren. Die Kostenfrage ist deshalb kein Nebenschauplatz.
Kann ich den Anbieter später wechseln?
Das Altersvorsorgereformgesetz sieht vor, dass Guthaben zwischen zertifizierten Altersvorsorgeverträgen übertragen werden kann – ab fünf Jahren nach Vertragsabschluss muss der abgebende Anbieter den Wechsel sogar kostenfrei ermöglichen. Wie ein früherer Wechsel in der Praxis abläuft und was er kostet, wird sich erst zeigen, wenn die Anbieter am Markt sind. Eine Umwandlung eines bestehenden Rürup-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot ist davon unabhängig – die ist nicht möglich.
Soll ich bis 2027 warten oder jetzt schon etwas tun?
Warten kostet dich nichts, solange du nicht ohnehin Vorsorgebedarf hast. Sinnvoll ist, jetzt zu klären, wie viel du überhaupt zurücklegen willst und ob sich in deinem Fall eher die Rürup-Rente oder das Depot lohnt – diese Entscheidung hängt nicht vom Anbieter ab, sondern von deinem Beitrag und deinem Steuersatz. Wenn das steht, ist die Anbieterwahl im Januar eine Sache von Minuten.
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