Bin ich rentenversicherungspflichtig – und was heißt das für mich?
Die meisten Selbstständigen sind es nicht. Manche aber schon, zum Beispiel Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle, selbstständige Lehrer und Erzieher sowie Künstler und Publizisten.
Was heißt das für dich? Kläre zuerst, ob du pflichtversichert bist. Davon hängt ab, wie groß deine Lücke ist und welche Förderung du bekommst.
Wer noch pflichtversichert ist
Pflichtversichert sind auch Selbstständige, die im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber arbeiten und keine Angestellten haben. Die meisten Pflichtversicherten zahlen den vollen Beitrag allein; Künstler und Publizisten zahlen über die Künstlersozialkasse nur die Hälfte.
Rürup, Altersvorsorgedepot oder freies Depot: Was passt zu meinem Einkommen?
Rürup-Rente: Du setzt Beiträge bis 30.826 € im Jahr von der Steuer ab (zusammen veranlagt doppelt). Dafür kommst du vor der Rente nicht an das Geld. Altersvorsorgedepot ab 2027 beschlossen: Erstmals bekommen auch viele Selbstständige Zulagen, bis 540 € im Jahr. Freies Depot: keine Förderung, dafür jederzeit verfügbar.
Was heißt das für dich? Je höher dein Steuersatz, desto mehr bringt Rürup. Bei kleinerem Einkommen kann die Zulage im Depot mehr bringen. Oft ist eine Kombination sinnvoll.
Wer genau das Altersvorsorgedepot bekommt
förderberechtigt unter Bedingungen: Selbstständige unter 67 mit Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder freiberuflicher Tätigkeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1–3 EStG), die für das Beitragsjahr ihre Steuererklärung abgeben. Grundlage: § 10a Abs. 1 Satz 5 EStG n.F., gilt ab 1. Januar 2027.
Rürup und Altersvorsorgedepot im direkten Vergleich →
Wie viel Steuern spare ich mit Rürup?
Grob gesagt: deinen Beitrag mal deinen Grenzsteuersatz. Bei 42 % sparst du von jedem eingezahlten Euro 42 Cent Einkommensteuer. Dafür wird die Rente später versteuert.
Was heißt das für dich? Je höher dein Steuersatz, desto mehr trägt der Staat. Mit deinen Zahlen rechnest du es oben aus.
Was, wenn ich krank werde oder ausfalle?
Dann läuft dein Geschäft nicht – deine Kosten schon. Krankengeld bekommst du als Selbstständiger in der gesetzlichen Kasse nur, wenn du es ausdrücklich mitversicherst; privat Versicherte brauchen ein Krankentagegeld. Fällst du länger aus, hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Was heißt das für dich? Rechne durch, wie lange deine Rücklagen ohne Einnahmen reichen. Alles darüber hinaus solltest du absichern.
Berufsunfähigkeit absichern →
PKV oder GKV?
Als Selbstständiger darfst du wählen. Die private Krankenversicherung kann günstiger sein, solange du jung und gesund bist. Die gesetzliche richtet sich nach deinem Einkommen und versichert Kinder oft kostenlos mit. Der Wechsel zurück ist später oft schwer.
PKV oder GKV – der ehrliche Vergleich →
Wie spare ich, wenn mein Einkommen schwankt?
Mit festen Untergrenzen und flexiblen Zuzahlungen. Bei flexiblen Rürup-Verträgen kannst du in guten Jahren mehr einzahlen und in schwachen weniger. Beim Altersvorsorgedepot reichen 120 € im Jahr, um die Zulage zu bekommen.
Was heißt das für dich? Lege eine kleine feste Rate fest, die auch in schlechten Monaten geht. Was übrig bleibt, zahlst du zum Jahresende zu.